• Dass es Therapien gibt, die das Leben von MS-Patienten grundlegend verbessern, ist der MS-Forschung zu verdanken. Auch künftig wird die Wissenschaft für Fortschritte sorgen.
  • Die MS-Forschung arbeitet daran, die Ursachen der MS zu identifizieren und Therapien zu finden, die das Fortschreiten der MS aufhalten, erkranktes Gewebe reparieren und die Lebensqualität verbessern.
  • Es sind die vielen kleinen Beiträge von Forschungsteams aus unterschiedlichen Disziplinen, die grosse Durchbrüche und Entdeckungen ermöglichen.

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine rätselhafte Krankheit mit einer langen Geschichte. Die erste Beschreibung der Krankheit stammt aus dem Jahr 1395, als bei der Heiligen Lidwina von Schiedam, einer niederländischen Nonne, die Symptome der MS beschrieben wurden. Fast 500 Jahre nach dieser ersten Erwähnung definierte der französische Neurologe Jean-Martin Charcot im Jahr 1868 die Merkmale der MS.

Seit der Entdeckung der MS haben sich die Krankheit und ihre Symptome nicht verändert, die Interpretation der Ursachen und die Behandlungsansätze jedoch schon. Doch, auch wenn grosse Anstrengungen unternommen wurden, die Erforschung der MS und ihre Behandlung voranzutreiben, bleiben die Ursachen der MS weitestgehend ungeklärt. Der MS-Forschung ist jedoch zu verdanken, dass es bereits heute Therapien gibt, die das Leben der Erkrankten grundlegend verbessern. Aber damit ist die MS-Forschung noch lange nicht am Ziel.

Damit die erhofften Fortschritte in der MS-Forschung möglich werden, muss zunächst eine solide Datenbasis geschaffen und geklärt werden, welche Fragen beantwortet werden sollen. Anschliessend bedarf es der harten Arbeit von Forschenden auf der ganzen Welt und der Unterstützung durch verschiedene Organisationen.

Die finanzielle Förderung der Erforschung von MS wird von staatlichen Stellen, privaten Spendern und MS-Gesellschaften aus der ganzen Welt zur Verfügung gestellt.

Forschungsziele, die gegenwärtig im Mittelpunkt der MS-Forschung stehen, sind u. a.:

  • die Identifikation und Erforschung der Gene, die mit MS in Verbindung stehen
  • die Identifikation und Erforschung von Krankheitserregern, die Auslöser der MS sein können
  • die Klärung der Frage, wie die Nervenzellen durch die MS angegriffen werden
  • die Klärung der Frage, wie Immunprozesse zur MS führen können

Andere Forschungsvorhaben zielen darauf ab, Methoden zum Schutz und zur Reparatur bereits befallener Nervenzellen zu finden. Das Ziel ist nicht allein, das Fortschreiten der MS aufzuhalten, sondern eines Tages die Auswirkungen der Erkrankung komplett rückgängig machen zu können. Dahinter steckt die Hoffnung, langfristig die Lebensqualität von MS-Patienten zu verbessern.

Um die Lebensqualität auch kurzfristig zu verbessern, arbeitet die Forschung darüber hinaus an Massnahmen, die das Leben mit den unterschiedlichen MS-Symptomen erleichtern und den Patienten helfen, im Alltag besser zurechtzukommen und sich auf das Leben mit MS besser einzustellen.

Damit relevante Forschungsergebnisse erzielt werden können, ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit erforderlich. Es sind die vielen kleinen Beiträge, die ein Problem aus jeweils unterschiedlicher Perspektive betrachten und grosse wissenschaftliche Durchbrüche und Entdeckungen möglich machen.

Ziel ist es, immer weiter zu lernen, neue Felder zu erkunden und Therapien zu finden, die vielleicht eines Tages dazu in der Lage sind, die Diagnose „MS“ bei den Patienten fast vergessen zu machen. Die MS-Forschung hat das Ziel, eine Welt zu schaffen, in der die MS keine Probleme mehr bereitet. Sie möchte inspirieren, Hoffnung geben und Leben von MS-Patienten zum Besseren verändern.

Mary Gasparrini